XV. Göttinger Kongress für Erziehung und Bildung: Die Würde des Menschen achten – Wege zur Inklusion in Kita, Schule & Gesellschaft

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Datum/Zeit
10.10. 2014 - 11.10. 2014
ganztägig

Veranstaltungsort
Zentrales Hörsaal Gebäude der Universität Göttingen
Platz der Göttinger Sieben 5, 37073 Göttingen

Veranstalter: Göttinger Kongresse für Erziehung und Bildung
Referent/in: Dr. Karl Gebauer, Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, Prof. Dr. Annedore Prengel u.a.
Kosten: 70€, ermäßigt: 35€
Anmeldung: erforderlich
Link: XV. Göttinger Kongress für Erziehung und Bildung: Die Würde des Menschen achten – Wege zur Inklusion in Kita, Schule & Gesellschaft


Angaben des Veranstlaters:
“Viele KiTas und Schulen haben sich bereits auf den Weg zu inklusiven Einrichtungen gemacht. Sie stellen sich der gewaltigen Herausforderung, das Grundrecht auf Schutz der Würde und der Gleichberechtigung umzusetzen. Zur Kultur inklusiver Bildungseinrichtungen gehört es, Anerkennung und Wertschätzung von Unterschiedlichkeit als etwas Selbstverständliches zu betrachten. Zu einer umfassenden Pädagogik der Vielfalt ist es allerdings noch ein weiter Weg. Hier setzt der Kongress an und bietet wichtiges Hintergrundwissen und konkrete Hilfestellungen zur Erreichung der gesetzten Ziele.

Inklusion betrifft nicht nur KiTa und Schule, sondern die gesamte Gesellschaft. Die umfassende Bedeutung von Inklusion wurde im Rahmen der UNESCO- Weltministerkonferenz im Jahr 2006 formuliert. Auch Deutschland und damit die Länder und Kommunen haben sich verpflichtet, im Sinne einer inklusiven Chancengerechtigkeit die Würde des Kindes in das Zentrum der Politik zu stellen.

Dies bedeutet, dass Kinder unabhängig von Kultur, Religion, körperlichen oder geistigen Handicaps eine angemessene Umgebung vorfinden und Anregungen für einen erfolgreichen Bildungsweg erhalten. Kindertagesstätten und Schulen bieten dabei auf exemplarische Weise die Möglichkeit, dass Kinder in ihrer ganzen Vielfalt von Anfang an aufeinander treffen und  zusammen lachen, lernen und leben können.

Bildung im Kindergarten und in der Schule muss daher dem Gedanken der Inklusion eine zentrale Bedeutung beimessen. Es gilt eine Haltung zu entwickeln und zu verinnerlichen, die mit einer großen Selbstverständlichkeit akzeptiert, dass wir uns alle voneinander unterscheiden und als Person einmalig auf dieser Welt sind.

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin formuliert es so: ‘Eine humane Bildungspraxis selektiert nicht. Sie geht von der Gleichwürdigkeit aller Menschen aus und nimmt auf die Vielfalt von individuellen Lebensformen, Interessen, Begabungen und kulturellen Prägungen Rücksicht.’ *

Für die Verwirklichung der Inklusion braucht es neben einem langen Atem gute Konzepte und eine entsprechenden personelle, räumliche und sächliche Ausstattung – sonst besteht die Gefahr, dass die Umsetzung für die betroffenen Kinder und ihre Bezugspersonen nicht gut ausgeht. Inklusion kann erst dann vollends zur Realität werden, wenn sie nicht als Sparmodell verstanden wird und angemessene Rahmenbedingungen zur Verfügung gestellt werden. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für die sich  viele Menschen auf verschiedensten Ebenen engagieren müssen.

In diesem Sinne bewegt sich der Prozess der Inklusion in einem ausgeprägten Spannungsfeld und trifft ständig auf die ‘alltägliche Unvollkommenheit’.  Kritisch ist daher zu überprüfen und auszuloten, was schon unter den gegebenen Voraussetzungen umgesetzt und wie die Inklusion dadurch neuen Schwung erhalten kann. Dies ist auch Thema des Auftaktvortages   von Prof. Dr. Annedore Prengel, der Begründerin einer ‘Pädagogik der Vielfalt’. In vielen weiteren Vorträgen und praxisorientierten Workshops werden die vielfältigen Facetten der Inklusion beleuchtet und konkrete Handlungsoptionen aufgezeigt. Eingerahmt wird der Kongress durch einen ‘Markt der Möglichkeiten’.

Der Kongress wird in Kooperation mit dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) durchgeführt und vom Beltz-Verlag, der Stadt und Universität Göttingen  und der Bildungsregion Göttingen unterstützt.

*Nida-Rümelin, J.: (2013):Philosophie einer humanen Bildung, Körber-Stiftung, Hamburg