Teilhabe für Junge Wilde – Gibt es Grenzen der Inklusion? Wie Teilhabeförderung für (junge) Menschen mit einem sozial-emotionalen Handicap gelingen kann

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Datum/Zeit
01.10. 2014 - 02.10. 2014
ganztägig

Veranstaltungsort
Konferenzzentrum des DRK Generalsekretariats
Carstennstr. 58, 12205 Berlin

Veranstalter: Deutsches Rotes Kreuz Genralsekretariat
Referent/in: Mahmut Kural, Verena Werthmüller, Helmut Johnson, Winfried Klaes, Prof. Dr. med. Michael Kölch, Christian Schmadel, Dirk Werland, Roland Rosenow, Annette Blümmel, Marion Lehnert-Kaiser, Alexander Kolling, Marcus Peter, Dr. Dieter Schartmann, Frank Zachäus, Margrit Tjarks, Hilmar Engelhardt
Kosten: 120€; für DRK-MitarbeiterInnen ermäßigt 90€
Anmeldung: bis 15.09.2014 möglich
Link: Teilhabe für Junge Wilde – Gibt es Grenzen der Inklusion? Wie Teilhabeförderung für (junge) Menschen mit einem sozial-emotionalen Handicap gelingen kann


Angaben des Veranstalters:
“Die Mär von den ‘Jungen Wilden’ geistert momentan durch die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Behindertenhilfe. Wer genau aber sind diese jungen Wilden und was ist das Besondere an ihnen? Mit der treffenden, wenn auch zunächst nur wenig fachlich anmutenden Bezeichnung sind derzeit Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gemeint, die vor allem durch Einschränkungen in der emotionalen Steuerungsfähigkeit und hiermit verbunden auch großen Schwierigkeiten im Sozialverhalten auffallen. Sie haben oft gravierende Lerndefizite, haben Konzentrations- und Ausdauerprobleme. In ihrer Persönlichkeitsentwicklung erscheinen sie so wenig gereift, dass sie für Außenstehende scheinbar auf der emotionalen Entwicklungsstufe eines Kleinkindes stehen. Sie sind nicht in der Lage, ihr Leben selbständig zu organisieren, haben keine soziale Orientierung und sind daher meist nur bedingt in der Lage, sich in Gruppen zu integrieren. Angesichts von unvertrauten oder anfordernden Situationen führt ihr massives Angsterleben zu Rückzugstendenzen oder zu kaum kontrollierbaren aggressiven Ausbrüchen. Erst langsam – vor allem unter Einbezug neuropsychologischer Erkenntnisse – beginnt sich heraus zu kristallisieren, dass wir es hier nicht mit einer reinen ‘Verhaltensstörung’ zu tun haben, sondern mit einem Behinderungsbild, für das die Bezeichnung „sozialemotionales Handicap“ wohl am zutreffendsten sein dürfte. In jedem Fall handelt es sich aus Sicht der Betroffenen um ein ernst zu nehmendes Teilhabedefizit. Die Zahlen der Menschen, die man diesen Jungen Wilden zuordnen muss, steigen dabei kontinuierlich an. Das Scheitern dieser Jungen Wilden in der Teilhabe an Ausbildung, Arbeitsleben, Wohnen und Gestaltung persönlicher Verhältnisse und die offensichtlich geringe Wirksamkeit üblicher pädagogischer Mittel macht es Programm Teilhabe für Junge Wilde unerlässlich, nach neuen Lösungsansätzen zu suchen, um auch ihnen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Für Einrichtungen und Dienste der Kinder- und Jugendhilfe stellt sich häufig die Frage, wie eine angemessene Förderung innerhalb der pädagogischen Angebote aussehen kann und – oft noch wesentlicher – wie eine Weiterbegleitung nach Ende der Jugendhilfemaßnahme und die Integration ins Arbeitsleben gelingen kann. Die Tagung will in ihren Beiträgen Hinweise zum grundsätzlichen Verständnis der Störung  geben, Schlussfolgerungen für die Gestaltung von Maßnahmen zur Teilhabeförderung von Betroffenen zusammentragen sowie konkrete best practice-Projekte vorstellen, die Lösungsansätze liefern können.
Die Tagung richtet sich sowohl an Mitarbeiter/innen aus Einrichtungen und Diensten der Behindertenhilfe wie auch der Jugendhilfe, an Betroffene und ihre Angehörigen, VertreterInnen aus Politik, Verbänden, gesetzliche Betreuer und alle Interessierten.”