Bielefelder Frühjahrstagung “Unterrichtsforschung im Kontext von Inklusion”

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Datum/Zeit
06.03. 2014 - 08.03. 2014
ganztägig

Veranstaltungsort
Universität Bielefeld
Universität Bielefeld, Bielefeld

Veranstalter: Universität Bielefeld
Referent/in: k. A.
Kosten: k. A.
Anmeldung: bis 15.12.2013 möglich
Link: Bielefelder Frühjahrstagung “Unterrichtsforschung im Kontext von Inklusion”


Angaben des Veranstalters:
“Die inhaltliche und methodische Vernetzung von bildungswissenschaftlicher und fachdidaktischer Unterrichtsforschung stellt aktuell ein Desiderat dar: Beiträge aus den Bildungswissenschaften verzichten oftmals notwendigerweise auf eine Vertiefung im Hinblick auf fachspezifische Implikationen und fachdidaktische Forschungsbeiträge schließen nicht immer konsequent an den aktuellen Stand der methodischen und inhaltlichen Diskussion in den Bildungswissenschaften an. Aus diesem Grund wurde an der interdisziplinär orientierten Universität Bielefeld die Veranstaltungsreihe ‘Bildungswissenschaftliche und fachdidaktische Perspektiven auf Unterricht’ für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ins Leben gerufen und soll als jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe im Bereich der empirischen Bildungsforschung etabliert werden. Explizit wird dabei auch die fachdidaktische Forschung angesprochen und integriert. Das Angebot richtet sich an Promovierende sowie Masterstudierende. Die Ausrichtung der Tagung übernehmen nach einem Rotationsprinzip jährlich wechselnd Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen der Universität Bielefeld, die einen Forschungsschwerpunkt im Bereich der Unterrichtsforschung haben.

Die Ausrichtung der für nächstes Jahr geplanten Frühjahrstagung übernehmen Frau Prof.‘in Dr. Ulrike Kranefeld (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Bereich Musikpädagogik), Herr Prof. Dr. Stefan Fries (Fakultät für Psychologie, Bereich Psychologie der Bildung und Erziehung), Frau Prof.’in Dr. Birgit Lütje-Klose (Fakultät für Erziehungswissenschaft, Bereich Sonderpädagogik), Frau Prof.’in Dr. Andrea Peter-Koop (Fakultät für Mathematik, Bereich Mathematikdidaktik) sowie Frau Dr. Lilian Streblow (Bielefeld School of Education). Die divergente Fachherkunft der OrganisatorInnen repräsentiert dabei den Grundgedanken der geplanten Veranstaltung, durch unterschiedliche bildungswissenschaftliche, fachdidaktische und methodische Perspektiven auf Unterrichtsforschung wechselseitige Anregungen und Synergien herzustellen.
Die Organisation der Tagung erfolgt in enger Kooperation mit der Bielefeld School of Education (BiSEd), die als zentrale wissenschaftliche Einrichtung auch Aufgaben im Bereich der Initiierung und Förderung von schul- und unterrichtsbezogener Forschung wahrnimmt und überdies Angebote zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Bildungsforschung unterstützt.

3. Die Frühjahrstagung 2014: ‘Unterrichtsforschung im Kontext von Inklusion’
3.1 Zur thematischen Ausrichtung:
Für das Jahr 2014 ist eine zweitägige Veranstaltung in Planung, die als Leitidee die Vernetzung fachdidaktischer und bildungswissenschaftlicher Forschung unter der Perspektive der Inklusion fokussiert. Der Titel der geplanten Veranstaltung lautet: ‘Unterrichtsforschung im Kontext von Inklusion’. Dabei bezieht sich der Begriff Inklusion in unserem Verständnis nicht nur auf Kinder und Jugendliche mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf, sondern auf ‘alle Menschen, die mit Lernbarrieren konfrontiert sind, ob diese mit Geschlechterrollen, sozialen Milieus, Religion oder Behinderung zu tun haben’ (Hinz, 2009, S. 172). Dementsprechend sind im Rahmen der vorgesehenen Workshops zur Unterrichtsforschung im Kontext von Inklusion unterschiedliche Dimensionen von Heterogenität und ihre Berücksichtigung im Unterricht von Interesse, z.B. Differenzen zwischen Lernenden in Bezug auf ihre schulische Leistungsfähigkeit oder ihre sozialen Lebenslagen, aber auch in Bezug auf ihre Herkunftssprache oder ihr Geschlecht.

Die Veranstaltung ist als Frühjahrstagung konzipiert und bietet für die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Rahmen von mehreren Forschungswerkstätten den Raum, inhaltliche und methodische Aspekte der eigenen Qualifikationsarbeiten zu reflektieren und kritisch zu diskutieren. Fragen der Unterrichtsforschung werden in der Inklusionsdiskussion erst seit relativ kurzer Zeit dezidiert in den Blick genommen. Überwogen in der Vergangenheit sowohl in der nationalen als auch in der internationalen Forschung zu diesem Thema vor allem Fragen der organisatorischen Bedingungen und Schulentwicklungsprozesse (z.B. Index für Inklusion, Booth & Ainscow 2003; Dyson et al. 2011), so gewinnt die konkrete Umsetzung inklusiver Prozesse im Unterricht nun auch im Rahmen der Fachdidaktiken zunehmend an Bedeutung (Giest et al. 2011, Korff 2012, Korff & Scheidt 2011, Seitz & Scheidt 2012, Ritter & Hennies 2013). Mit der Wahl des aktuellen Themas der Frühjahrstagung soll daher ein zentrales Forschungsdesiderat der Bildungsforschung aufgegriffen werden (vgl. Seitz 2008).

3.2 Zur Konzeption der Tagung:
Die geplante Veranstaltung ist so angelegt, dass die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler neben fachlichem Input – in Form von Impulsvorträgen sowie einer Podiumsdiskussion – vor allem die Gelegenheit haben, im Rahmen der geplanten Forschungswerkstätten ihre eigenen Arbeiten intensiv zu diskutieren. Betreut werden die Forschungswerkstätten von Tandems. Diese setzen sich angesichts der oben beschriebenen Leitidee der Vernetzung von Bildungswissenschaft und Fachdidaktik folgendermaßen zusammen:

  • Forschungswerkstatt ‘Inklusionsorientierte Unterrichtsforschung mit Schwerpunkt in ästhetischer/ kultureller Bildung und in fachübergreifenden Fragestellungen’: Frau Prof.’in Dr. Ulrike Kranefeld (Musikpädagogik) und Frau Prof.’in Dr. Birgit Lütje-Klose (Bildungswissenschaften/Sonderpädagogik).
    Forschungswerkstatt ‘Inklusionsorientierte Unterrichtsforschung mit naturwissenschaftlichem und mathematischem Schwerpunkt’: Frau Prof.’in Dr. Andrea Peter-Koop (Mathematikdidaktik), Herrn Prof. Dr. Stefan Fries (Pädagogische Psychologie) und Herrn Prof. Dr. Marten Clausen (Unterrichtsforschung).
  • Forschungswerkstatt ‘Inklusionsorientierte Unterrichtsforschung mit sprachlichem Schwerpunkt’: Frau Prof.’in Dr. Simone Seitz (Inklusionspädagogik) und Herrn Prof. Dr. Michael Ritter (Germanistische Literaturdidaktik).

Mit Musik, Mathematik und Deutsch sind VertreterInnen sehr unterschiedlicher Fächer als BetreuerInnen der Forschungswerkstätten engagiert, allerdings sollen auch weitere Fachdidaktiken eingeschlossen werden. Ggf. werden daher noch weitere FachdidaktikerInnen hinzugezogen, wenn die Bewerberlage einen weiteren Schwerpunkt ergeben sollte.

Um die in den Arbeitsphasen zur Verfügung stehende Zeit optimal nutzen zu können, müssen die Teilnehmenden mit ihrer Anmeldung ein Abstract zu ihren Qualifikationsarbeiten einreichen. Darüber hinaus sind sie aufgerufen, konkrete Anliegen an die Veranstaltung zu formulieren (z. B. mögliche kollegiale Validierung erster Analyseansätze; Hilfestellung bei Methodenfragen etc.). Auf Basis dieser Informationen werden geeignete Arbeitsgruppen für die Forschungswerkstätten gebildet.
Neben den Forschungswerkstätten sind außerdem Impulsvorträge, u.a. von externen Expertinnen und Experten, sowie eine Podiumsdiskussion geplant (s. Anhang A), die das Tagungsthema auch vor einem theoretischen Hintergrund reflektieren und eine einseitige Fokussierung auf rein forschungsmethodische und individuelle projektspezifische Fragen vermeiden soll.
Eine Besonderheit stellt die Einbeziehung von Masterstudierenden dar, die ebenfalls an den Forschungswerkstätten (in der Regel ohne eigenes Forschungsprojekt) teilnehmen, zusätzlich aber am letzten Tag noch das Angebot erhalten, in einem spezifischen Format und damit geschützten Rahmen über Möglichkeiten einer Qualifikationsarbeit im allgemeinen und im Kontext des Themas ‘Unterrichtsforschung und Inklusion’ zu reflektieren. Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist auf 40 Personen begrenzt. Die parallelen Forschungswerkstätten finden dann jeweils in Gruppen mit maximal 15 Personen statt. Der Anteil der Masterstudierenden wird auf 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrenzt.”